Arbeiten mit ND-Filtern leicht gemacht

Links: (f5,6, 1/1000, ISO 5000); Rechts: (f16, 81Sek., ISO 100 + ND-Filter)
Links: (f5,6, 1/1000, ISO 5000); Rechts: (f16, 81Sek., ISO 100 + ND-Filter)

Vielleicht kenne Sie das Problem...

 

Sie haben an einem Flußlauf oder Wasserfall Ihre Kamera auf das Stativ montiert und wollen nun mit einem Graufilter (ND-Filter oder neutral density filter) eine Langzeitaufnahme machen.

 

Sie bestimmen nun mit der Kamera ohne Graufilter die korrekte Belichtung. Ermitteln dann zu Fuß oder über einen ND-Rechner (z.B. iOS App Rolleimoments) die neue Belichtungszeit.

HAIDA Slim Neutral Graufilter Set 77mm bestehend aus ND8, ND64, ND1000 Filtern, Amazon Preis:  ca. 95€
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Sie Stellen die neuen Belichtungswerte ein, fokussieren und stellen dann den Autofokus ab, damit die Kamera bei der Auslösung nicht versucht, nochmals zu zu fokussieren (was mit aufgesetztem ND-Filter eh problematisch bis unmöglich ist).

 

Im nächsten Schritt schrauben Sie nun Ihren ND-Filter auf und beten, dass sich bitte beim Aufschrauben nicht der Fokus ändern möge. Denn wenn der ND-Filter erst einmal sitzt, dann können Sie den Fokus nicht mehr überprüfen.

 

Also machen Sie im "Blindflug" eine Aufnahme und sehen sich anschließend an, ob der Fokus gepasst hat.

 

Falls nicht, starten Sie die Prozedur von vorn und hoffen beim nächsten mal auf mehr mehr Glück beim Aufschrauben des ND-Filters. Aber auch dann, wenn Sie nur den Ausschnitt ändern wollen, starten Sie wieder von vorn.

 

Für das hierbei aufkommende Gefühl der Frustration habe ich nach einer Lösung gesucht - und gefunden...

Hoya Variable Density Filter (77mm), Amazon Preis: ca. 105€
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Zunächst dachte ich, vielleicht ist ein Variable Density Filter (VD-Filter) die Lösung. Bei diesen Filtern werden zwei kombinierte POL-Filter gegeneinander verdreht und so die einfallende Lichtmenge um bis zu 5 Blendenstufen reduziert. 

 

Der Vorteil - nachdem der Filter einmal aufgeschraubt ist, kann man durch sanftes Drehen den gewünschten Grad der Auslöschung wählen. Das Drehen ist dabei so zärtlich möglich, dass der Fokus nicht verändert wird. Außerdem kann man den VD-Filter mit einem Dreh auf volle Durchlässigkeit schalten, einen neuen Ausschnitt wählen, fokussieren und dann vor der Aufnahme wieder abdunkeln.

 

Der Nachteil - die VD-Filter sind nicht mit einer Skala versehen, bei der man den Verlängerungsfaktor ablesen könnte. Außerdem nimmt der Grad der Auslöschung nicht linear mit der Drehung zu. Es ist also recht schwierig, Aufnahmen unter identischen Bedingungen zu machen.

 

Man kann damit arbeiten, es ist aber noch immer nicht die ideale Lösung.

Links:  Manfrotto "XUME" Objektivadapter, Amazon Preis:  ca. 26€; Rechts:  Manfrotto "XUME" Filterhalter, Amazon Preis:  ca. 10€
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Man müsste also eine Möglichkeit finden, die ND-Filter mit definiertem Verlängerungsfaktor zu verwenden, jedoch ohne den Filter aufschrauben zu müssen.

 

Eine magnetische Halterung wäre gut. Aber davon hatte ich doch schon einmal gehört...

 

Eine Suche auf Amazon ergab, dass Manfrotto ein magnetisches Filter-Halte-System anbot:  XUME.

 

Dieses clevere System besteht aus zwei magnetischen Ringen, einem Objektiv-seitigen "Lens Adapter" und einem Filter-seitigen "Filter Holder". Werden beide Ringe jeweils in das Objektiv bzw. in den Filter geschraubt, dann kann der Filter ohne Drehen auf das Objektiv aufgesetzt und wieder abgenommen werden.

 

Das ist für mich die perfekte Lösung!


XCSOURCE 7-teiliger 49-77 Objektivadapter, Amazon Preis: ca. 10€
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Nachtrag

 

Damit man sich nicht für jedes Objektiv ein extra Set kaufen muss, kann man über ein preisgünstiges Step-Up Ring-System ein großes ND-Filter-Set an Objektive mit kleineren Filterdurchmessern anpassen.

 

 

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei Ihren nächsten Langzeitaufnahmen mit Graufilter!


Was Sie tun können, wenn Sie Ihren ND-Filter "vergessen" haben...

Update am 19.01.2019

ND-Filter Effekt mit Software erzielen

 

Tony Northrup beschreibt in seinem Video (https://youtu.be/YcZkCnPs45s?t=152) eine einfache Methode, wie Sie eine Serie von Aufnahmen in Photoshop erst ausrichten und dann den Median berechnen.

Das Ergebnis entspricht dann weitestgehend einer Langzeitbelichtung mit ND-Filter.

 

 

Interessant:

  • Die Bilder können mit dem Stativ (besser) oder aus der Hand aufgenommen werden.
  • Auf seiner Website bietet er zudem eine Photoshop Action zum kostenlosen Download an (http://sdp.io/actions)